Dienstag, 16. Mai 2017

Steuerliche Absetzbarkeit der Kosten einer Einbauküche: Schreiben des Bundesfinanzministeriums

Mit Schreiben vom 16. Mai 2017 hat das Bundesministerium der Finanzen die Anwendung der Grundsätze des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 3. August 2016 (Aktenzeichen: IX R 14/15) zur steuerlichen Absetzbarkeit von Aufwendungen für die Erneuerung einer Einbauküche in einer vermieteten Wohnung angeordnet.

Der Bundesfinanzhof hatte entschieden, dass Aufwendungen für die vollständige Erneuerung einer Einbauküche in einem vermieteten Objekt über zehn Jahre abzuschreiben sind, weil die aus einzelnen Elementen bestehende Einbauküche ein einheitliches Wirtschaftsgut sei. Eine sofortige Abziehbarkeit bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Erhaltungsaufwand scheide aus. Dies stellte eine Änderung der bisherigen Rechtsprechung dar.

Dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums entsprechend sind die Grundsätze dieser neuen Rechtsprechung – vorbehaltlich des zugunsten des Steuerpflichtigen geltenden Vertrauensschutzes bei Rechtsprechungsänderungen (§ 176 Abs. 1 Nr. 3 AO) – in allen offenen Fällen anzuwenden.

Eine sofortige Abziehbarkeit als Erhaltungsaufwand wird bei Erstveranlagungen bis einschließlich 2016 nicht beanstandet, wenn der Steuerpflichtige die Anwendung der bisherigen Rechtsprechung beantragt hat.

ZV